Zusatzweiterbildung Psychotherapie - fachgebunden - 2-jähriger Kurs

Die neue fachgebundene Zusatzweiterbildung Psychotherapie ist im Vergleich zur alten Zusatzbezeichnung Psychotherapie vom Inhalt und Umfang deutlich reduziert worden (z.B. kein Psychiatriejahr). Dadurch wird der Erwerb dieser Zusatzweiterbildung in begrenztem zeitlichen und finanziellen Umfang für viele Ärzte möglich.

Die Weiterbildung in fachgebundener Psychotherapie baut auf den Grundkenntnissen und Fertigkeiten, die in den Kursen zur Psychosomatischen Grundversorgung erworben wurden, auf. Ziel ist der Erwerb einer eigenen psychotherapeutischen Kompetenz in der Diagnostik und Therapie psychischer und psychosomatischer Störungen und Probleme, wie sie in dem jeweiligen Fachgebiet auftreten.
Informationen zu den geforderten Inhalten laut der Ärztekammer Baden Württemberg finden Sie hier

Bitte beachten Sie, dass nicht in jedem Bundesland die gleichen Inhalte gefordert sind. Bitte erkundigen Sie sich daher vorher bei Ihrer zuständigen Ärztekammer nach den geforderten Inhalten in Ihrem Bundesland im Rahmen dieser Zusatzweiterbildung.

Definition

Die Zusatzweiterbildung Psychotherapie -fachgebunden- umfasst in Ergänzung zu einer Facharztkompetenz die Vorbeugung, Erkennung und psychotherapeutische indikationsbezogene Behandlung von Erkrankungen des jeweiligen Gebietes, die durch psychosoziale Faktoren und Belastungsreaktionen mit bedingt sind.

Themen, Didaktik und Methoden

THEMEN
Krankheitsbilder

  • Erkennen und Behandeln von Angststörungen
  • Erkennen und Behandeln von Depressionen
  • Erkennen und Behandeln von Patienten mit körperlichen
  • Beschwerden ohne Organbefund (Somatisierung)
  • Belastungsreaktionen und Anpassungsstörungen bei
  • lebensbedrohlichen körperlichen Erkrankungen (Psycho-onkologie, Psychokardiologie)
  • Erkennen und Grundprinzipien der Behandlung einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD)
  • Erkennen und Begleiten von Patienten mit Persönlichkeitsstörungen (strukturelle Störungen)
  • Motivierende Gesprächsführung bei Patienten mit Suchterkrankungen
  • Erkennen und Begleiten von Patienten mit Essstörungen

Querschnittsthemen

  • Entwicklungspsychologie einschließlich Bindungstheorie
  • Neurobiologie psychischer Störungen
  • Übertragung /Gegenübertragung
  • Das psychotherapeutische Erstgespräch
  • Therapieplanung
  • Psychodynamische Diagnostik (Beziehung, Konflikt, Struktur, OPD
  • Einbeziehen von Partnern und Familie
  • Psychiatrische Erkrankungen
  • Psychopharmaka Behandlung

DIDAKTIK UND METHODEN
Unsere Kurse zeichnen sich aus durch ein ausgewogenes Verhältnis von Wissensvermittlung, praktischen Übungen und Selbsterfahrung. Jedes Thema wird durch interaktive Vorträge und Übungen belebt. Das notwendige Hintergrundwissen erhalten Sie in Form von Kurzvorträgen und Materialien.Durch Live-Gespräche mit PatientInnen, trainierten Schauspielpatienten, und in Rollenspielen erleben Sie hautnah den Ablauf einer Psychotherapiesitzung und bekommen direkte Einblicke in die Arbeit und den Stil der KursleiterIn. Die  konkreten Fertigkeiten der therapeutischen Gesprächsführung und der notwendigen Beziehungsgestaltung ziehen sich als roter Faden durch die gesamte Weiterbildung.Besonderen Wert legen wir auf die Selbsterfahrung und die damit verbundene Sensibilisierung der Arztpersönlichkeit für Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse im ärztlichen Alltag.Nach der Hälfte der Weiterbildungszeit und am Ende der Weiterbildung findet mit jedem/r TeilnehmerIn und den Dozenten ein Gespräch zur Evaluation der Erfahrungen statt.

Organisatorische Rahmenbedingungen und Kosten

Vorraussetzung für die Teilnahme:
Ärzte/Ärztinnen in Weiterbildung und FachärztInnen, in Klinik und Praxis

Nicht im Kurs enthalten:
– 120 eigene Behandlungsstunden unter  Supervision (in Baden-Württemberg 240 Stunden)
– 10 Erstuntersuchungen mit Supervision
– 30 Stunden Balintgruppe
– 32 Stunden Entspannungsverfahren

Kosten
Kursgebühr: 5.000 EUR 
                        zzgl. Entspannungsverfahren
                        zzgl. Supervision
                        zzgl. Balintstunden

Zertifizierung
Die Seminare werden im üblichen Rahmen mit CME Punkten durch die Landesärztekammer Baden-Württemberg zertifiziert.

 

Dozenten

Dr. med. Dr. phil. Martin Dornberg
Arzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalyse, spezielle Schmerztherapie,
Arzt für Innere Medizin, Angiologie/Phlebologie, Rehabilitationswesen, klinische Geriatrie
Leiter des Zentrums für Psychosomatik und Psychotherapie, Ärztehaus am St. Josefskrankenhaus und des Konsildienstes Psychosomatik/Psychotherapie St. Josefs- und Lorettokrankenhaus Freiburg

Prof. Dr. med. Kurt Fritzsche
Facharzt für Innere Medizin
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Psychoanalyse
Ehemaliger Leiter der Sektion Liaison-Psychosomatik am Zentrum für Psychische Erkrankungen, Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Universitätsklinikum Freiburg

Dr. Gerlind Leininger
Fachärztin für Innere Medizin
Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie
Oberärztin Rehaklinik Glotterbad

Dipl.-Psych. Birgit Murjahn
Psychologische Psychotherapeutin
Systemische Paar- und Familientherapie

Dr. med. Dietrich Noelle
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Balintgruppenleiter und Supervisior

Dr. Peter Posch

Prof. Dr. med. Dietmar Richter
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe,
Psychotherapie
Niedergelassen in eigener Praxis in Bad Säckingen

Dr. med. Georg Schmitt
Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Facharzt für Neurologie
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Oberarzt an der Rehaklinik Glotterbad

Dr. med. Peter Schröder
Facharzt für Allgemeinmedizin
Psychotherapie
Balintgruppenleiter und Supervisor

Dr. med. Daniela Wetzel-Richter
Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Fachärztin für Allgemeinmedizin
Leitende Oberärztin in der Klinik für Psychosomatische Medizin in Lörrach am Kreiskrankenhaus

 

Entspannungsverfahren

Als Entspannungsverfahren werden anerkannt:

  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelrelaxation (Jacobsen)
  • Medizinische Hypnose (Hypnotherapie)

Diese Verfahren sind nicht miteinander kombinierbar und es muss zwischen dem Grund- und Aufbaukurs laut Ärztekammervorgabe ein halbes Jahr liegen.

Wir bieten Medizinische Hypnose (Hypnotherapie) an.

Supervision

In der Weiterbildungsordnung sind 120 (für Baden-Württemberg 240) Behandlungsstunden unter regelmäßiger Supervision festgelegt. Regelmäßige Supervision bedeutet nach mindestens jeder vierten Behandlungsstunde sollte der Behandungsverlauf mit einem Supervisor besprochen werden. Bei 240 Behandlungsstunden bedeutet dies 60 Supervisionsstunden, bei 120 Behandlungsstunden 30 Supervisionsstunden. Wie diese Supervisionsstunden zwischen Einzel- und Gruppensupervision aufgeteilt werden sollen, darüber gibt es von den Landesärztekammern keine Vorgaben.

Im Rahmen unseres Arbeitskreises Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Südbaden e.V. haben wir uns intern auf folgende Regelung geeinigt;

Maximal 40 Supervisionsstunden in Form von Gruppensupervision (Baden-Württemberg)
Maximal 20 Supervisionsstunden in Form von Gruppensupervision (andere Landesärztekammern)
Mindestens 20 Stunden als Einzelsupervision (Baden-Württemberg)
Mindestens 10 Stunden als Einzelsupervision (andere Landesärztekammern)
Jede Therapiestunde sollte dokumentiert und diese Dokumentation zur Supervision mitgebracht werden.
Die Supervisionsstunden selbst sollten dokumentiert werden.

Behandlungen müssen bis spätestens zur 3. Behandlungsstunde und auf jeden Fall vor Abschluss der probatorischen Sitzungen/Behandlungsvereinbarung bzw. der Behandlungsbeantragung bei der Krankenkasse mit dem für die Behandlung rechtlich letztverantwortenden Supervisor besprochen werden. Dieser muss mit dem Behandungsbeginn einverstanden sein.

Bei mehreren Supervisoren muss die rechtliche Letztverantwortung zwischen den Supervisoren geklärt werden.

Gruppensupervision
Eine Doppelstunde Gruppensupervision zählt als eine Supervisionsstunde. Eine Gruppensupervision sollte 4 bis max. 5 Teilnehmer umfassen. Werden Gruppensupervisionen mit mehr als 5 Teilnehmern über einen längeren Zeitraum (z. B. an einem Wochenende) durchgeführt, so zählen 2 Doppelstunden (4 UE) so viel wie eine Einzelsupervisionsstunde.

Bei der Abschlussbescheinigung wird eine Übersicht der kontinuierlich supervidierten Behandlungsfälle vorgelegt.

Da die Landesärztekammer „3 abgeschlossene Fälle“ verlangt, wird festgesetzt, dass dies 3 abgeschlossene Fälle von mindestens 15 Therapiestunden bedeutet. Eine Behandlung von min. 50 Stunden wird dringend empfohlen.
Die Regelung für andere Bundesländer (nicht BW):
120 Std. Behandlungsstunde = 30 Supervisionsstunden, davon mindestens 10 Einzelsupervisionsstunden.
Auch hier werden „3 abgeschlossene Fälle“ (3 x mindestens 15 Therapiestunden) verlangt.

Wir empfehlen, allerdings möglichst mehr Supervisionsstunden zu absolvieren.

PDF-FLYER Zusatzweiterbildung Psychotherapie

TERMINE

12.05.2018 - 08.11.2019
Zusatzweiterbildung Psychotherapie-fachgebunden Dr. med. C. Schaefer / Dipl.-Psych. B. Murjahn
Mercure Hotel Panorama,
Wintererstraße 89,
79104 Freiburg im Breisgau

4 Fortbildungsblöcke
Block 1: 12.05. – 18.05.2018
Block 2: 10.11. – 16.11.2018     
Block 3: 30.03. – 05.04.2019
Block 4: 02.11. – 08.11.2019
Kosten:  5000,00 € (zahlbar pro Block je 1250 €)
zzgl.Tagungspauschale vor Ort